Zum Künstler bringt es nur, wer auch sein Handwerk versteht. Und manchmal wird Handwerk sogar selbst zur Kunst, zum "Kunsthandwerk".

Schon kurz nach Kriegsende, 1949, haben sich in Ostwestfalen-Lippe Handwerker und Handwerkerinnen zur Arbeitsgemeinschaft des Kunsthandwerks zusammengeschlossen, die dieses Können pflegen und bewußt halten will. 1994 ist aus der Gruppe ein eingetragener Verein geworden.

Zusammengehalten hat ihn eine kleine, aber weitreichende Einsicht: Was es bedeuten kann, mit den eigenen Händen schöpferisch und gestalterisch tätig zu werden, gerät zusehends in Vergessenheit - und: Gegen diesen Trend gilt es etwas zu tun. Leicht ist das nicht. Denn immer mehr auch ganz alltägliche Arbeit wird uns von der Technik abgenommen, und fast unmerklich verschwinden so die kleinen Impulse für eigene Kreationen. Die kulturellen Aufgaben des Handwerks in einer technisierten Welt können daher gar nicht unterschätzt werden.

So selten Kunsthandwerk geworden ist, so klar vertritt es diesen Anspruch. Seine Produkte sollen neben ihrer Ästhetik auch die nötige Funktionalität bieten, neben bloßer Schönheit Vollkommenheit in der Verwendung und natürlich - das bestmögliche Material. Das schafft Raum für Kombinationsmöglichkeiten, die kreativ genutzt werden können. Manchmal steht die Eleganz im Vordergrund, ein anderes Mal die Nützlichkeit. Aber immer folgt der Idee die sorgsame, exakte Verarbeitung.

Seit 1995 organisieren die Handwerker daher immer im Oktober eine jährlich wiederkehrende Ausstellung ihrer Kunst im Historischen Saal der Ravensberger Spinnerei in Bielefeld. Es werden dann bis zu 5.000 interessierte Besucher erwartet. Auch die Qualität stimmt: Bereits viermal kamen die GewinnerInnen des NRW-Staatspreises für das Kunsthandwerk aus Ostwestfalen-Lippe.

© Arbeitsgemeinschaft des Kunsthandwerks Ostwestfalen-Lippe eV